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Sport nach Kreuzband-OP: wann die Freigabe kommt
Wie eine Sportfreigabe zustande kommt, warum der neunte Monat kein willkürliches Datum ist und welcher Aufbau zwischen Laufen und Mannschaftstraining liegt.
Die Freigabe ist keine Unterschrift, sondern ein Zustand: eine Kombination aus verstrichener Zeit, erfüllten Kriterien und einem Aufbau, der die Bewegungen des Sports schrittweise wieder eingeführt hat. Fehlt eines der drei, ist die Freigabe eine Vermutung.
Warum Monat neun
Weil es der einzige Zeitpunkt ist, für den mehrere unabhängige Kohorten in dieselbe Richtung zeigen. In der Delaware-Oslo-Kohorte senkte jeder Monat Verzögerung bis Monat neun das Risiko einer erneuten Verletzung um 51 Prozent. In einer schwedischen Registerkohorte mit 159 Sportlerinnen und Sportlern hatte die Rückkehr vor dem neunten Monat eine Hazard Ratio von 6,7, während symmetrische Muskelfunktion allein nicht schützte. Und eine Übersicht der biologischen Daten weist darauf hin, dass Umbau des Transplantats und neuromuskuläre Defizite weit über das erste Jahr hinaus bestehen können.
Monat neun ist deshalb kein Ziel, sondern eine Untergrenze. Für junge Menschen in Pivot-Sportarten ist Monat zwölf die realistischere Zahl.
Die drei Bedingungen
Zeit
Mindestens neun Monate nach der Operation, bei jungen Menschen in Pivot-Sportarten eher zwölf.
Kriterien
Kraft und Sprungtests im Seitenvergleich bei 90 Prozent oder mehr, reizloses Gelenk, volle Beweglichkeit, psychische Bereitschaft. Siehe Testbatterie.
Aufbau
Laufen, Sprünge, Richtungswechsel, Kontakt, Training, Wettkampf, in dieser Reihenfolge und über Wochen, nicht über Tage.
Der Aufbau bis zur ersten vollen Einheit
- Ab Monat 3 bis 4
Laufen
Erst wenn Erguss null, Streckung voll, Gangbild normal und die Quadrizepskraft im Bereich von etwa 70 Prozent ist. Beginn mit Geh-Lauf-Intervallen auf ebenem Untergrund.
- Ab Monat 4 bis 5
Sprünge und Landungen
Beidbeinig vor einbeinig, gerade vor seitlich, kontrolliert vor schnell. Die Landung ist der Teil, der geübt wird, nicht der Absprung.
- Ab Monat 5 bis 6
Richtungswechsel
Zunächst vorhersehbar und langsam, dann schneller, zuletzt auf Signal. Erst hier kommt die Bewegung wieder ins Spiel, bei der die meisten Kreuzbänder reißen.
- Ab Monat 7 bis 9
Sportartspezifisches Training
Techniktraining ohne Gegner, dann mit Gegner, dann Trainingsformen mit Zweikampf. Mannschaftstraining ohne Kontakt vor Mannschaftstraining mit Kontakt.
- Ab Monat 9 bis 12
Wettkampf
Nach erfüllten Kriterien und mehreren vollständigen Trainingswochen ohne Reaktion des Knies. Nicht als Test, sondern als letzter Schritt.
Die Freigabe beendet das Risiko nicht
In einer Kohorte von 354 Personen unter 20 Jahren erfolgte die zweite Verletzung im Mittel 1,8 Jahre nach der Operation, 47 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Das neuromuskuläre Training gehört deshalb in die zwei Jahre nach der Freigabe, nicht nur davor. Zwei Einheiten pro Woche mit Landetechnik, Rumpf- und Beinkraft sind der Standard, der in der Praxis am schnellsten wegfällt.
Was realistisch zu erwarten ist
Diese Zahlen aus 69 Arbeiten mit 7 556 Teilnehmenden sind wichtig, weil sie zwei Dinge gleichzeitig sagen: Die Rückkehr ist der Normalfall, und sie ist nicht selbstverständlich. Symmetrische Sprungleistung und eine positive psychische Verarbeitung begünstigten in derselben Auswertung die Rückkehr auf das alte Niveau.