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Kreuzbandriss: Symptome, Diagnose und die ersten Tage
Woran ein Kreuzbandriss zu erkennen ist, welche Untersuchungen tatsächlich etwas beitragen und was in den ersten zwei Wochen zu tun ist, bevor irgendeine Entscheidung ansteht.
Die meisten Menschen, die hier landen, wissen bereits ungefähr, was passiert ist. Diese Seite ordnet die ersten Tage: was typisch ist, was abgeklärt gehört und was warten kann.
Die typische Konstellation
- Ein Verdrehtrauma ohne Gegnerkontakt, oft beim Abstoppen, Landen oder bei einem Richtungswechsel. Der Kontakt ist nicht nötig, im Gegenteil.
- Ein hörbares oder spürbares Knacken im Moment der Verletzung, das viele im Nachhinein sehr genau erinnern.
- Schwellung innerhalb von zwei bis vier Stunden. Ein Gelenkerguss, der so schnell kommt, spricht für eine Einblutung ins Gelenk und ist das wichtigste Frühzeichen.
- Instabilitätsgefühl. Das Knie fühlt sich an, als würde es weggehen, besonders beim Drehen oder auf unebenem Boden.
- Belastung meist möglich. Viele können nach kurzer Zeit wieder auftreten. Gehen zu können spricht nicht gegen einen Kreuzbandriss.
Was die Untersuchung leistet
- Lachman-Test
- Der aussagekräftigste klinische Test. Wird im akuten Zustand durch Schwellung und muskuläre Abwehrspannung erschwert, weshalb eine Nachuntersuchung nach dem Abschwellen sinnvoll ist.
- Pivot-Shift-Test
- Prüft die Rotationsinstabilität. Im akuten Zustand kaum durchführbar, später aussagekräftig.
- Vordere Schublade
- Weniger empfindlich als der Lachman-Test, vor allem akut.
- MRT
- Sichert die Diagnose und zeigt vor allem die Begleitverletzungen: Meniskus, Knorpel, Seitenbänder, Knochenmarködeme. Für die Behandlungsplanung ist genau das der entscheidende Teil.
- Röntgen
- Schließt knöcherne Verletzungen aus, zeigt das Kreuzband selbst aber nicht.
Wann es sofort in ärztliche Hände gehört
Bei einer sichtbaren Fehlstellung, bei völliger Unfähigkeit, das Bein zu belasten, bei einer Blockade, in der das Knie nicht mehr gestreckt oder gebeugt werden kann, bei Taubheitsgefühl oder kaltem Fuß, oder wenn das Knie deutlich überwärmt ist und Fieber dazukommt. Alles andere kann meist am Folgetag geklärt werden.
Die ersten zwei Wochen
- Tag 1 bis 3
Abschwellen und Entlasten
Hochlagern, Kühlen, Kompression, Gehstützen so weit nötig. Das Ziel dieser Tage ist ausschließlich, den Erguss zu verkleinern, weil davon alles Weitere abhängt.
- Tag 3 bis 7
Streckung wiederherstellen
Volle Streckung, seitengleich, ist das erste echte Ziel. Fersenstütz, aktive Quadrizepsanspannung, Patella beweglich halten. Beugung nach Verträglichkeit.
- Woche 2
Gangbild und Ansteuerung
Ohne Hinken gehen, Quadrizeps ansteuern, den Alltag wieder aufnehmen. Erst wenn Erguss und Streckung stimmen, ist eine klinische Untersuchung wirklich aussagekräftig.
Was jetzt noch nicht entschieden werden muss
Die Frage nach der Operation. Die randomisierten Daten zeigen, dass eine strukturierte Reha mit optionaler späterer Rekonstruktion nach zwei und nach fünf Jahren zu denselben Ergebnissen führt wie die sofortige Operation. Wer die Entscheidung um vier bis sechs Wochen verschiebt, verliert nichts und gewinnt ein abgeschwollenes, kräftigeres Knie für den Fall, dass operiert wird. Die Einzelheiten stehen unter Operieren oder nicht und Prähabilitation.